| Nutzung: |
Wohnen |
| Standort: |
Eggen (LU) |
| Auftragsart: |
selektiver Studienauftrag, 2019 |
| Bauherrschaft: |
Allreal AG |
| Team: |
Agnieszka Łatak, Lorenzo Fassi |
| Landschaft: |
Lorenz Eugster Landschaft und Städtebau |
| Nachhaltigkeit: |
Durable GmbH |
Im Spannungsfeld zwischen Quartier der Moderne und ländlichem Gehöft werden Baukörper vorgeschlagen, die sich in Setzung und Massstäblichkeit auf die Baustruktur im Büttenen-Quartier beziehen, sich aber von Osten nach Westen verkleinern und so den Anschluss an die Körnung des Gehöfts schaffen. Es sind Variationen eines langgezogenen, S-förmigen Grundtyps, die durch Drehung und Spiegelung zu einer durchlässigen Gesamtfigur gruppiert werden.
Als Raumfolge entwickeln sich die Wohnungen aus ihrer Tiefe zu den Stirnen hin. Die Wohnungen bilden dabei Raumfolgen unterschiedlichen Zuschnittes aus. Während sich ein erster Typus aus einer hellen, verteilenden Wohndiele mit charakteristischem Küchenmöbel entlang eines langgezogenen Panoramaraumes bis zum Kopf des Hauses entlang der Fassade bewegt, bietet ein zweiter Typus ein Raumkontinuum mit spezifischen Zonen an – ein Privatbereich mit Ankleide- und Badbereich bietet dabei einen ruhigen Rückzug. Die Geometrien der Wohnungen, sowie die Enfiladen entlang der Fassade bieten ein spannungsvolles Wohngefühl und räumlichen Reichtum.
Entsprechend der städtebaulichen Setzung suchen die Häuser auch im Ausdruck die unvermittelte Gestalt der Moderne mit der bäuerlich-ländlichen Stimmung zu verweben. Die Materialisierung mit Sumpfkalk-Glattputz, dessen handwerkliche Haptik, sowie das glatte und scharfkantige Erscheinungsbild schaffen eine Bezugnahme sowohl zum modernistischen Büttenenquartier, als auch zur Tradition der kalkverputzten Bauernhäuser. Die hölzernen Lauben akzentuieren und schmücken die Baukörper. Sie sind vielseitig nutzbar und bestehen aus einem tiefen, schützenden Bereich, sowie einem seitlich erweiterten Arm, der für eine warme Atmosphäre im Innern sorgt und zur Begrünung genutzt werden kann.
| Nutzung: |
Wohnen und Gewerbe |
| Standort: |
Winterthur |
| Auftragsart: |
selektiver Studienauftrag, 2018 |
| Bauherrschaft: |
Implenia AG |
| Team: |
Samuel Henzen, Lorenzo Fassi |
| Landschaft: |
Mettler Landschaftsarchitektur AG |
| Bauingenieur: |
Walt Galmarini AG |
| Haustechnik: |
Waldhauser + Hermann AG |
| Fassadenplanung: |
Feroplan Engineering AG |
| Visualisierung: |
Nighnurse Images GmbH |
Das ehemalige Industrieareal von Sulzer und der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik (SLM) liegt im Zentrum von Winterthur und erstreckt sich auf 20 Hektaren zwischen Bahngleisen und der Zürcherstrasse vom Hauptbahnhof in Richtung Südwesten. Dominiert wird die Struktur des Areals von den grossen, langgezogenen Produktionshallen. Obwohl das Areal in den letzten Jahren stark transformiert wurde ist auch heute noch die enorme Kraft des Areals und der Bestandesbauten spürbar.
Der Projektvorschlag für das Baufeld 1 soll die Neubauten mit dem Werksbestand schlüssig verknüpfen und einen sowohl prägnanten als auch intimen Zusammenschluss erzeugen. Dabei wird der Rhythmus der gerichteten Hallenbauten weitergeführt und das Achsmass als strukturbestimmendes Element in den Neubauten fortgeführt und für die Einteilung der Wohnungen sowie der Fassade bestimmend. Die Nahtstelle zwischen den bestehenden Shedhallen und dem Neubau wird zum intimen Erschliessungs- und Aufenthaltsraum.
Anders als das Hochhaus „Rocket“, welches vor allem in die Ferne wirkt, behauptet der Hochpunkt „Big Boy“ in erster Linie seine Stellung im Innern des neuen Areals. Der Bedeutung des Hochhauses wird mittels feiner Artikulation gegenüber dem Platz Rechnung getragen: Über mehrere Geschosse hinweg wird eine anwachsende Auskragung ausgebildet, die Spannung erzeugt und auf den zentralen Platz verweist. Aus der Gasse und mit Blick des Fussgängers auf das Profil des Baukörpers, entsteht eine massstäbliche und einladende Geste als Zeichen für die Geviertsmitte.
Fein bewegte Spuren spannen sich durch die Gebäudekörper, bewegen sich auf dem Raster und lösen sich davon ab. Ähnlich Rangiergleisen erzeugen sie einen feinen Raumfluss und ermöglichen die Wohnnutzungen in die Tiefe zu sequenzieren.
| Nutzung: |
Wohnen und Gewerbe |
| Standort: |
Zürich-Aussersihl |
| Auftragsart: |
offener Wettbewerb, 2017, 2. Preis |
| Bauherrschaft: |
Stadt Zürich, Amt für Hochbauten |
| Team: |
Lorenzo Fassi, Joseph Redpath, Tanja Hustinx |
| Landschaft: |
S2L Landschaftsarchitekten |
Das Grundstück liegt an der Schnittstelle zwischen zwei unterschiedlichen Stadtstrukturen: Das Dogma der Blockrandstadt trifft auf eine gebaute Stadtutopie aus den 1960er Jahren nach den Plänen von Max P. Kollbrunner. Wir schalgen zwei Baukörper vor, die in ihrer Setzung auf diese diametral unterschiedlichen Stadtstrukturen reagieren: Der Baukörper entlang der Hardstrasse ist als einfache Häuserzeile an die Baulinie gesetzt und führt die Linienführung des Blockrands fort. Den zweiten Baukörper sehen wir als Baustein im Sinne der freien Setzungen aus den 1960er Jahren im Inneren. Er besitzt wie die benachbarten Zeilen einen Zug in die Tiefe, erfährt aber eine seitliche Staffelung, welche zwei unterschiedliche Freiräume generiert, die spezifisch auf ihr Gegenüber reagieren. Zum Hardaupark hin findet die Zeile ihren Abschluss in einem Kopfbau, der den Parkraum visuell abschliesst, die räumliche Durchlässigkeit aber trotzdem bewahrt.
Beide Baukörper entwickeln sich über 7 Geschosse, reagieren aber jeweils unterschiedlich auf ihren Kontext: Die Zeile an der Hardstrasse reagiert auf die zulässige Regelbauweise mit fünf Geschossen: Der untere Bereich wird mit Erkern besetzt und weist ein eigenständiges Fassadenbild auf, während die beiden zusätzlichen Geschosse, die durch den Arealbonus möglich werden, als Attikageschosse in Erscheinung treten. So wird eine zukünftige Entwicklung im Sinne der Stadtverdichtung vorweggenommen und eine zonenkonforme Traufkante ausgebildet, an welche sich problemlos anknüpfen lässt. Der innere Baukörper reagiert dagegen auf die Siedlung Hardau II und bildet vier untere Geschosse aus, die mit den länglichen Zeilen in Dialog treten. Darüber werden drei Panoramageschosse erstellt: Eine Superposition von zwei unterschiedlichen Grundriss- und Fassaden-Typologien, die zu einer Einheit werden.
Die Setzung der Gebäude schafft gefasste und typologisch eindeutige Freiräume. In unmittelbarer Nähe zueinander lassen sich drei unterschiedliche Qualitäten von Freiräumen finden: Die urbane Hardstrasse mit einer Allee, der introvertierte Gemeinschaftshof zwischen den beiden Gebäuden der neuen Siedlung Hardau I, sowie die Parklandschaft mit dem Hardaupark und den parkartigen Umgebungsflächen von Hardau II. Der Hof lebt von der räumlichen und funktionalen Dichte. Er fungiert als Erschliessungsraum, Treffpunkt, Spielplatz und als individueller Aufenthaltsraum. Sein ruderaler und wilder Charakter bildet einen Kontrast zur aussenliegenden Parklandschaft. Er weckt nicht den Eindruck einer abgeschlossenen Gestaltung, sondern lädt zum Mitgestalten, Verändern und Einnehmen ein.
| Nutzung: |
Bürogebäude mit Gewerbenutzungen und Busterminal |
| Standort: |
Altdorf (UR) |
| Auftragsart: |
selektiver Wettbewerb, 2017 |
| Bauherrschaft: |
Urner Kantonalbank |
| Team: |
Joseph Redpath, Besa Zajmi |
| Bauingenieur: |
Synaxis AG |
| Baumanagement: |
b+p baurealisation |
| Landschaft: |
Mettler Landschaftsarchitektur |
| Verkehr: |
Hartmann Verkehrsplanung |
| Fassade: |
Bardak AG |
Als gerade Achse läuft die Bahnhofstrasse vom alten Dorfkern auf den Bahnhof zu. Damit behauptet der Bahnhof von Altdorf trotz peripherer Lage seine städtebauliche Relevanz. Als „Hub“ der öffentlichen Verkehrsmittel ist er in Zukunft die Drehscheibe für Nah- und Fernreisen und dass die Kantonalbank von Uri ihren Hauptsitz an diesem Ort einrichten möchte, unterstreicht den strategischen Knotenpunkt und die Bedeutung, die ihm in Zukunft zukommt. Der Reiz der Aufgabe bestand darin, lokale Typologien so zu deuten, dass sie dem hybriden Wesen eines lokal verankerten Bahnhofsbaus sowie eines innovativen Bankenhauses mit Ausstrahlung gerecht werden.
Als langer, einfacher Baukörper liegt der Neubau in Nord/Süd-Richtung parallel zu den Gleisen und bildet zusammen mit dem SBB-Gebäude und dem neuen Busterminal ein Ensemble. Der bedeutende Unterschied zu seinen flankierenden langgezogenen Nachbarn liegt dabei in der Höhendimension. Mit einem Erdgeschoss von fünf Metern Höhe und vier Obergeschossen bildet der Neubau eine Mächtigkeit, die es mit geeigneten Massenahmen zu brechen und vermitteln gilt.
Typologisch lehnt sich der Neubau an einen einfachen ländlichen Nutzbau mit Sockel, Dach und einfacher Organisation an. Die Traufe wirkt trotz stattlicher Höhe tief heruntergezogen. Ladenlokale im Erdgeschoss liegen geschützt im Schatten unter der Haube und regen zum Flanieren entlang der mythenerzählenden Fassade an. Unter dem grossen gefalteten Zinkblech-Dach (eine Referenz an das blechverkleidete Türmli und Kirche), das zu einer eigentlichen Dachfassade entwickelt wurde, befinden sich vier Bürogeschosse. Betrachtet man die Fassade von der Stadtseite her, gliedert sich der Hauptkörper durch die Fassadenausscherung an der Kante zwischen 2. und 3. Obergeschoss in zwei Teile – der hohe Baukörper schafft es damit seinen Massstab an die Umgebung anzupassen und verweist, mit Blick auf den SBB-Nachbarsbau, auf das bekannte Motiv des einfachen und zugleich bergenden Schrägdachs. In den oberen Geschossen schwingt sich die Dachhaut in die Vertikale, schafft sodann einen doppelten First, um schliesslich zur Bahnseite hin als prägnanter viergeschossiger Hauptbau in Erscheinung zu treten. Faltung ist das fassadenetablierende Thema ebenso für die Befensterung des Baukörpers. Fein onduliert die Fassadenschicht, rafft sich wie ein feines Kleid und verleiht dem Haus damit die repräsentative Eleganz eines Bankenhauses.
| Nutzung: |
Wohnsiedlung |
| Standort: |
Oberengstringen (ZH) |
| Auftragsart: |
selektiver Studienauftrag, 2017 |
| Bauherrschaft: |
Baugenossenschaft Schönheim Zürich |
| Team: |
Alessia Agosti, Jutta Romberg, Joseph Redpath |
| Landschaft: |
Kolb Landschaftsarchitektur |
| Baumanagement: |
b+p baurealisation |
| Bauphysik: |
Raumanzug GmbH |
Das Grundstück liegt an einem Südhang an der Schnittstelle zwischen dem Zentrum von Oberengstringen im Westen und kleinteiligeren Ein- und Mehrfamilienhausquartieren im Osten. Mit den beiden bestehenden Nachbargebäuden im Südosten zusammen etabliert das Projekt eine patternartige Struktur als Sieldlungsmuster: Je zwei Gebäudepaare besetzen die Strassen in Norden und Süden des Grundstücks stirnseitig und entwickeln sich längsseitig in den Hofraum hinein. Während die Strassenkanten hart und präzise gefasst werden, erfahren die Baukörper zum Hofraum hin leichte Abdrehungen, wodurch Blickbezüge aneinander vorbei in die Tiefe geschaffen werden. Obwohl das Grundstück relativ dicht bebaut wird, ermöglicht diese Schrägstellung die Entstehung von grosszügigen und spannungsreichen Hofräumen ohne dass ein Gefühl von Enge entsteht.
Die Tiefenstaffelung der Gebäude entspricht der natürlichen Topografie des Grundstücks: Die Baukörper an der Rebbergstrasse entwickeln sich über drei Geschosse und besetzen das obere Plateau. In ihrer Körnung nehmen sie die Massstäblichkeit der Ein- und Mehrfamilienhäuser an der Rebbergstrasse auf und führen diese selbstverständlich fort. Die Baukörper an der Zürcherstrasse sind viergeschossig und entwickeln sich auf der unteren Ebene des Grundstücks in die Tiefe. Mit der Ausbildung eines Sockelgeschosses erhält die Siedlung ein Gesicht zur Strasse. Die Ausbildung von Attikageschossen erlaubt eine Akzentuierung zur Strasse hin und staffelt den Baukörper zusätzlich in der Höhe.
Das Herzstück der Wohnungen ist eine flexibel nutzbare Wohnhalle. Sie kann entweder als grosszügiger Wohnraum oder als Ess- und Wohnraum zugleich genutzt werden. An die Halle angegliedert sind jeweils Loggia und Küche. Zwischen Küche und Eingangsdiele eingespannt liegt ein Schaltzimmer, das entweder als Essraum oder als zusätzliches Zimmer genutzt werden kann.
Die Fassade mit vorgehängten Holzpanelen und grosszügigen, hölzernen Loggiatürmen ist eine Referenz an die Weinbauerntradition des Ortes. Vertikale Holzlatten geben der Fassade eine feine Textur. Das oberste Geschoss und die Attikas erfahren durch eine Verschmälerung der Lattenbreiten eine zusätzliche Nuancierung. Ein leichter Dachüberstand schliesst die Volumen gegen oben ab und bietet einen Witterungsschutz. Zur Zürcherstrasse hin steht das Haus auf einem verputzten Sockel, der zum Strassenraum hin eine angemessene Vorzone ausbildet.